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FCI Standard 260 / 09.12.1997 / GB TOSA

Descrizione: photo st 260

URSPRUNG: Japan
VERÖFFENTLICHUNGSDATUM DES GÜLTIGEN ORIGINALRASSESTANDARDS:
09.12.1997

EINSATZ: Ursprünglich als Kampfhund, heute als Wachhund

F.C.I.-KLASSIFIZIERUNG: Gruppe 2 Hunde vom Typ Pinscher und Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde
Sektion 2.1 Molosser und doggenartige Hunde – Ohne Arbeitsprüfung

U
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD
Ein großrahmiger Hund mit sehr würdevollem Benehmen und kräftiger Gestalt. Hängeohren, kurzes Haarkleid, quadratischer Fang, Hängerute mit dickem Ansatz.

VERHALTEN – CHARAKTER
Bestimmt durch Geduld, Gelassenheit, Unerschrockenheit und Mut.
Nicht zu vergessen ist, dass der Tosa als Molosser kein hierarchischer Hund ist, will heißen, dass die Figur des „Anführers” für ihn ohne Bedeutung ist. Folglich gehorcht er nie, „weil der Chef es gesagt hat“, sondern weil er seinen Herren liebt, ihm vertraut und ihn respektiert. Wenn der Hund versteht, dass die korrekte Ausführung bestimmter Befehle seinen Herrn glücklich macht, folgt er bereitwillig und ohne es sich zweimal sagen zu lassen. Jeder, der meint, sich gegen einen Tosa mit Härte durchsetzen zu müssen, verwechselt diese Rasse mit einer wolfartigen Rasse und ist so gut wie sicher dazu prädestiniert, sich von seinem Hund einen Biss einzuhandeln. Kein nicht-hierarchischer Hund akzeptiert Zwang: Er mag ihn als Welpe erleiden, aber als erwachsender Hund zahlt er das mit Zins und Zinseszins zurück. Um Gehorsam von diesen Hunden zu erreichen, sind die Schlüsselworte „Zuneigung“ und „Respekt“, gewiss nicht Gewalt.
Eine andere wichtige Überlegung betrifft die „Unterwerfung“ während des Kampfes. Zwei erwachsene Wölfe halten bei ihrem Kampf um eine höhere Rangstellung ein ganz präzises Ritual ein, das so gut wie immer zu einem unblutigen Ende führt. Einer der beiden gibt sich besiegt, indem er sich auf die Erde wirft und Bauch und Kehle zeigt, die Sache endet hier, ohne Blutvergießen. Dasselbe Verhalten von einem Tosa zu erwarten kann direkt in die Tragödie führen: Dieser Molosser, der für den Kampf mit Tieren selektiert wurde, ist vom Menschen (über die Zuchtauswahl) dazu gebracht worden, die Ritualisierungen zu „vergessen“ und ohne Weiteres in der Lage, einen Gegner zu töten, selbst wenn dieser klare Signale seiner Unterwerfung aussendet. Ein Wolf würde das nie tun!

KOPF
OBERKOPF
Breiter Schädel

Testa 1Testa 2Testa 3DSCN8884Testa 4 
Testa 5Testa 6Testa 7Testa 8Testa 9

Sehr deutlich ausgeprägter Stop. Bei Hündinnen kann der Stop etwas sanfter verlaufen.
Stop 1 Stop 2 Stop 3 Stop 4 

Typisch sind die Schädelfalten, mit besonders deutlicher Ausprägung bei den Rüden. Die gerunzelten Brauen verleihen den Tieren mitunter einen beinahe „bekümmerten“ Eindruck. Häufig zu finden ist eine typische Falte, die direkt vom äußeren Lidwinkel über die ganze Backe nach unten führt.

Testa TOSA

GESICHTSSCHÄDEL
Großer, schwarzer Nasenschwamm
Mäßig langer Fang, der das Verhältnis von 1:1 nicht überschreiten sollte. Die korrekte Größe liegt zwischen 2:3 und 1:1. Gerader Nasenrücken, vorzugsweise mit parallel verlaufenden Kanten.

14  Stop 3  Stop 2 DSCN1984

Auf dem ersten Bild ist der Nasenrücken nicht gerade. Auf den anderen Bildern hingegen hat er einen korrekten Verlauf.
Der Gesichtsschädel muss quadratisch sein, voll, breit und nicht zu hoch. Der Unterschied zwischen den Gesichtern auf den unteren Fotos ist zu erkennen. Die Lefzen hängen, sind schwarz und dick. Bei frontaler Ansicht bilden sie eine Art umgekehrtes „V” oder leicht spitzes “U”.

DSCN8222_1  941713_538830386155282_1953258594_n  Testa 2

Kräftige Ober- und Unterkiefer.
Kräftiges Scherengebiss. Nicht vollkommen gerade Schneidezähne sind kein Fehler. Die Priorität liegt bei einem kräftigen Gebiss und großen Eck- und Backenzähnen. Höchste Bedeutung kommt dem Biss zu. Diese Rasse wurde speziell dafür „konstruiert“, einen so gut wie unschlagbaren Kampfhund zu erhalten. Grundvoraussetzung ist von daher, dass der Hund einen sicheren, starken, konstanten Biss hat. In dem Moment, in dem der Hund auslässt, bietet er seinem Gegner die Gelegenheit zu reagieren und riskiert, selbst gebissen zu werden.
Relativ kleine, dunkelbraune Augen mit würdigem Ausdruck und leicht mandelförmig. Helle Augen wurden in Japan als unglückbringend betrachtet, Hunde mit hellen Augen wurden deshalb getötet. Typisch ist somit die dunkelbraune Farbe der Augen, die keinerlei Anzeichen von Angst erkennen lassen. Welpen haben bis zu einem Alter von etwa einem Monat eine typische blau-graue Augenfarbe, die dann in braun umschlägt. Der schwarze Augenrand absorbiert das Sonnenlicht und verhindert den Sonnenreflex in den Augen.

Occhio cucciolo Occhio 2  Occhio 1 Palpebra 1

Solange der Schädel seine volle Breite noch nicht ausgebildet hat (mitunter ist ein Hund erst im Alter von 3 – 5 Jahren voll ausgewachsen), hängt das untere Lid. Das ist kein Fehler, sondern ein Hinweis darauf, dass der Schädel seine endgültige Breite noch nicht erreicht hat. Von einer chirurgischen Lidverkürzung ist dringend abzuraten, da der Hund später aufgrund des Seitenwachstums des Schädels ein zu stark gespanntes und verzerrtes Augenlid hätte.

Relativ kleine, dünne Ohren, die hoch am Schädel angesetzt sind und dicht an den Backen anliegen. Obwohl diese Rasse zu Kampfzwecken bestimmt ist, wurden die Ohren nie kupiert.

Orecchie 1  Orecchie 2  Orecchie 3 Troppo alte - Ninna de Kair-mother of Bety

Die Ohren auf dem vierten Foto sind zu hoch angesetzt.

HALS: Muskulös, mit Wamme.


Collo 1

 

Die Wamme ist typisch für diese Rasse, wie ganz allgemein für alle Kampfhunde. Normalerweise muss sie so ausgebildet sein, dass sie vom Gegner erfasst werden kann und so lang, dass der erfasste Hund seinen Hals drehen und den anderen an der Schnauze, den Ohren oder am oberen Hals packen kann, ohne das Risiko; blockiert zu sein. Ein Hund ohne Wamme würde schneller unterliegen als einer mit Wamme.

Giogaia 1Giogaia 2Giogaia 3

Giogaia 4Giogaia 5Giogaia 6

KÖRPER
Gut ausgebildeter Widerrist. Horizontal verlaufender, gerader Rücken.

Schiena 1Schiena 2Schiena 3

Schiena 4   Schiena 5
Schiena 6    IMG_0030_5

Breite, gut bemuskelte Lenden.
Am höchsten Punkt leicht gerundete Kruppe.
Breiter, tiefer Brustkorb, mäßige Rippenwölbung.

Muscoli 1 Muscoli 2
Muscoli 3 Muscoli 4 Abenji Big Luck-father of Agiro

Gut aufgezogener Bauch. Bei seitlicher Betrachtung muss die Bauchlinie mit der Rückenlinie ein ungleichmäßiges Trapez bilden.

Ventre 1 Ventre 2

RUTE am Ansatz dick, sich gegen die Spitze verjüngend, in hängender Stellung bis ans Sprunggelenk reichend. Ein starker Rutenansatz schon bei jungen Tieren ist Anzeichen für Wuchsfreudigkeit und guten Rahmen im Erwachsenenalter.

 

GLIEDMASSEN
VORDERHAND
Mäßig schräg gelagerte Schulter
Gerader Unterarm, mäßig lang und kräftig. Leicht geneigte, kräftige Vorderfußwurzel.

Angolazioni 1 Angolazioni 2

HINTERHAND: Sehr gut entwickelte Muskulatur. Knie- und Sprunggelenke mäßig gewinkelt, kräftig.

Zampe 1Zampe 2Zampe 3Zampe 4Zampe 5Zampe 6Zampe 7Zampe 8

Typisch ist die hervortretende Ader auf dem Hinterbein oberhalb der Sprunggelenksspitze; wenn sich diese gut abzeichnet, verweist sie auf einen nicht zu dicken Hund mit dem richtigen Verhältnis von Größe und Gewicht. Das Sprunggelenk muss mäßig gewinkelt sein.

Garretto 1 Garretto 2

PFOTEN: Eng aneinander liegende Zehen, dicke, elastische Ballen, harte, vorzugsweise dunkle Krallen. Die typische Krallenfarbe ist schwarz.

GANGWERK: Energisch, kraftvoll. Ein schwerer, dicker Hund (der nicht als mächtig anzusehen ist) oder ein Hund mit Problemen bei Gliedmaßen und Gangwerk ist im Kampffall zweifellos im Nachteil. Um den Gegner übertreffen zu können, muss der Hund wendig und reaktionsschnell sein und insbesondere eine gerade Vorderhandstellung sowie gelöste, fließende Bewegungen haben, keine schweren, wie dies eventuell bei einem Mastiff oder einem Neapolitanischen Mastiff der Fall sein könnte. Leicht kuhhessige Stellung der Hinterhand wird toleriert, da sie in der Schubphase für den Sprung von Vorteil für den Hund sein kann, damit er bessere Standfestigkeit hat und weniger leicht auf den Hinterhand abrutscht. Ein Hund, der sich gut bewegt, ist auf jeden Fall einem anderen vorzuziehen, auch wenn er eventuell andere Fehler hat, die aber von zweitrangiger Bedeutung wären.

HAARKLEID
Kurzes, hartes, dichtes HAAR.
FARBE: Rot, falbfarben, aprikot, schwarz, gestromt. Diskrete weiße Abzeichen auf der Brust und an den Pfoten sind zulässig, auch mit milchweißer Farbe der betroffenen Krallen.
Unghie 1 Zampe 9  MeiyoBuke2 

GRÖSSE
Mindeststockmaß beim Rüden 60 cm, bei Hündinnen 55 cm.
Die Entwicklung und die perfekte Ausbildung von Brustkorb und Kopf ist im Alter von etwa 3 Jahren erreicht. Bis zu einem Alter von 15-18 Monaten wachsen die Hunde in der Höhe und zeigen somit keine große Entwicklung von Brustkorb und Rücken. Anschließend werden Schädel und Körper vollständig ausgebildet. Hunde, die bereits im jungen Alter sehr schwer sind, werden später mit Sicherheit Probleme mit den Gliedmaßen und mit ihrer Widerstandsfähigkeit haben. In jedem Fall sind großrahmige, mächtige, gut proportionierte, aber nicht dicke Hunde vorzuziehen. Die Bemuskelung ist von fundamentaler Wichtigkeit, damit der Hund im Falle eines Kampfes wendig, athletisch, schnell und gleichzeitig widerstandsfähig gegen Belastungen ist. Die mächtigen Muskeln müssen über starken Knochen mit ausgezeichneten Gelenken und nicht entzündeten Sehnen liegen. Ein dicker, schwerer Hund, auch wenn er mächtig ist, wäre im Falle eines Kampfes innerhalb kürzester Zeit unterlegen.

VERHALTEN IM RING
Im Ring müssen sich die Hunde gelöst bewegen, mit langen Schritten und gutem Schub der Hinterbeine. Der Kopf muss hoch getragen werden, es sei denn, der Hund fixiert etwas oder jemanden am Rande des Rings. Die aufgestellte, gerade Rute signalisiert Dominanz und Selbstsicherheit an.

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Die typische Rutenstellung ist die starre, säbelartig aufgestellte Rute, die anzeigt, dass der Hund vor der Begegnung mit einem anderen keine Angst hat und die Lage einschätzt. In derartigen Augenblicken ist der Blick unbewegt, der Atem geht langsamer. Das Fell auf Rücken und Kruppe wird aufgestellt.

World Dog Show a Budapest (Ungheria) – 17/05/2013
World Winner 2013 : Agiro Tosadar (M – 20/04/2010) – Eigentümer: Drudi Enrico
Auf dem Foto: Herr Richter Takahiro Miyagawa (JP), Enrico Drudi (RSM), Gabriele Stafuzza (ITA)

Die Kriterien für die Selektion der verschiedenen Hunde im Ring könnten sein: Eine erste Auswahl kann anhand des Gangwerks getroffen werden, wobei die Hunde, die sich nicht gut bewegen und keinen Hinterhandschub haben, ausgeschlossen werden. Anschließend könnte zu der Beurteilung der Rückenlinien, der Vorderhandstellung und der Bemuskelung übergegangen werden, danach zur Bewertung des Kopfs.

 

FEHLER Jede Abweichung von den vorstehenden Angaben muss als Fehler betrachtet werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
· Dünne Knochen
· Spitzer Fang
· Leichter Vor- oder Rückbiss

AUSSCHLIESSENDE FEHLER
· Starker Vor- oder Rückbiss
· Scheuheit.

N.B. Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.

Verfasst durch:                      Enrico dr. Drudi (RSM) – Züchter FCI und Richter
In Zusammenarbeit mit :        Nebojša Savičić (SRB) – giudice FCI
Branislav Rajić Bane (SLO) – giudice FCI